Samstag, 8. Oktober 2016

Vegan ja - aber woher das Gemüse? Über Solidarisches Landwirtschaften, Regionalität und Saisonalität!


 
In meiner sonnigen Mittagspause schwinge ich mich auf mein Fahrrad. Ein bisschen mehr als fünf Minuten fahre ich durchs Münchner Westend, bis ich auf dem Hinterhof eines netten Lokals stehe, vor mir an die 20 grüne Kisten. Der Besitzer dieses Restaurants ist genau wie ich Genosse in der Münchner solidarischen Landwirtschaftsgenossenschaft mit dem schönen Namen „Kartoffelkombinat“. Er stellt seinen Hinterhof als „Verteilpunkt“ zur Verfügung – hier können alle Mitglieder aus der Nachbarschaft jeden Donnerstag ihren wöchentlichen Ernteanteil abholen. Aber was soll das überhaupt: solidarisch landwirtschaften? Ist das bloß eine Mode, weil Hippie-Großstädter sich zu schade für das Gemüse aus dem Supermarkt sind?

Nahrung ist die Basis unseres Lebens, unser Treibstoff. Man sollte meinen, dass dieses Thema dem Großteil der Gesellschaft wichtig ist. Aber gerade in Deutschland wird der Wert von Lebensmitteln kaum geschätzt: vor allem billig soll es sein. Und wenn nicht billig, dann muss zumindest eine Marke aus der Fernsehwerbung draufgedruckt sein. Es geht hier aber nicht darum, dass man sich nichts anderes leisten kann. Auch Gutverdiener gehen gern in die Discounter. Der Haken? „Billige Lebensmittel für alle“ geht auf Dauer nicht auf. An vielen Stellen der Kette gibt es jemanden, der zurückstecken muss. Ganz am Anfang die Natur, die achtlos zerstört wird. Die Böden, die zur Leistungssteigerung mit nicht gerade nachhaltigen Düngemitteln und Pestiziden geplagt werden. Das Grundwasser, in die nicht nur letzteres gelangt, sondern auch zu viel Stickstoff von der Gülle (Tierhaltung – ein weiteres großes Thema...). Bauern, die nichts verdienen. Gefördert wird die weitere Intensivierung, nicht die Kleinbäuerlichkeit. Bauern, die ihre Ware nicht loswerden, weil irgendjemand auf einem anderen Kontinent noch ein paar Cent günstiger produzieren konnte. Das ist nur ein Ausschnitt der vielen verschiedenen Problemfelder.

Was fehlt, ist Bewusstsein: dafür, was alles nötig ist, um Lebensmittel zu produzieren. Dass bei Gewinnmaximierung bzw. Billigkeit zwangsläufig jemand anders bzw. viele andere sowie vieles anderes auf der Strecke bleiben. Dass wir mit der Umwelt anders umgehen müssen, wenn wir die Welt noch so erhalten wollen.

Und wenn man nun zu denen gehört, denen das zumindest ein bisschen bewusst und nicht völlig egal ist – was kann man tun? Niedergeschlagen sein voll all diesem Mist, der passiert, sich darüber aufregen und darauf warten, dass die Politik etwas ändert? Kann man machen. Aber wenn man wirklich für Veränderung sorgen will, dann kann man sich auch gleich am Aufbau eines alternativen Systems beteiligen und es so gestalten, dass keiner auf der Strecke bleibt!

Solidarische Landwirtschaft ist meines Erachtens ein großer Schritt in die richtige Richtung. Keine neue Idee und eine umso größere Chance! Das Kartoffelkombinat versorgt mittlerweile um die 800 Haushalte in München mit dem, was im Münchner Norden auf dem Acker wächst. Konsumenten haben sich direkt mit Produzenten zusammengeschlossen. Kein Großhandel dazwischen, der Preise drückt oder wahnwitzige Anforderungen stellt, wie beispielsweise die Form des Gemüses (man reduziert nebenbei also auch noch den sonst üppig anfallenden „Ausschuss“). Die Bauern können sich sicher sein, dass sie ihre Erzeugnisse loswerden. Kurze Versorgungswege! Wieso sollte ich Kartoffeln aus Ägypten essen, wenn der Bauer hier mindestens genauso gute hat? Die Leute werden anständig bezahlt. Man kann sehen, wo sein Gemüse wächst. Und sowieso kann man mitmachen – mitgärtnern, die Kisten packen, Tomatensoßen für den Winter einkochen... Hier bekommt man wieder ein Bewusstsein für Lebensmittel und ihre Qualität. Und lernt gleichzeitig Gleichgesinnte kennen. Dass alles ökologisch angebaut wird, versteht sich von selbst – alles wird so nachhaltig, transparent und fair gestaltet wie möglich. Auch seltene Sorten werden angebaut und ein paar mal hatte ich schon Dinge in der Kiste, von denen ich vorher nie gehört hatte (und das, obwohl ich schon ein bisschen herumgekommen bin in der Welt)! Es wird nicht die Tomatensorte angebaut, die am ertragreichsten, am besten transportfähig und am längsten haltbar ist, sondern die, die wirklich aromatisch ist. Sowas bekommt man im Laden selten. All das hat seinen Preis, natürlich. Wenn man etwas gut machen will, kann man keine Dumpingpreise erwarten. Aber wenn einem das alles wichtig ist, dann man es sich leisten. Punkt. Ich selbst verdiene nicht viel, aber es ist mir sehr wichtig – und ich kann an anderen Stellen sparen, für die manche mehr Geld ausgeben, als einem vielleicht bewusst ist. Ich bekomme so viel frisches Obst und Gemüse, dass ich nicht mehr viel zusätzlich einkaufen muss. Ich kann mir sicher sein, dass es aus der Region kommt und gut hergestellt wurde. Alles Dinge, die sonst einen Mehraufwand bedeuten würden, wenn man sich dessen sicher sein will. Natürlich muss man das essen, was gerade wächst. Ich ernähre mich also automatisch saisonal – das braucht dann manchmal etwas Kreativität, ist in meinen Augen aber auch ein positiver Punkt! Wenn das alles mal keine Perspektive für eine nachhaltige und faire Zukunft unserer Ernährung ist... Lasst es uns anpacken!

Weitere Infos und welche Initiativen es an welchen Orten gibt:
http://www.solidarische-landwirtschaft.org/

Sonntag, 25. September 2016

Vegan Reisen: Backpacken & Low-Budget-Reisen in Asien


(c) Bella Lacroix/Filling Your Mind


Mein Beitrag zur #1MonatVegan: Blogparade mit Challenge geht um das Reisen als Veganer*in:


Vor meiner ersten Rucksackreise war ich skeptisch: kann man auch in fernen Ländern ohne durchgetakteten Reiseplan und Hotels mit explizit veganem Angebot entspannt Urlaub machen? Ja, und wie! Eine gewisse Offenheit und Neugier für das lokale kulinarische Angebot vorausgesetzt (aber genau das ist ja auch eines der tollen Dinge am Reisen).

Ich selbst war schon in vielen asiatischen Ländern unterwegs und gebe im folgenden einen kleinen Überblick über meine Erfahrungen.

1. Wahl des Reiselands
„Überleben“ wird man überall. Vor allem in Asien gibt es überall Reis und tolles Obst meist ebenfalls. Aber manche Länder sind kulinarisch gesehen einfach veganfreundlicher als andere. Das liegt zum einen an der traditionellen Küche eines Landes, aber zum anderen auch am „Tourismisierungsgrad“ des Landes. Ausführliche Beispiele gibt es am Ende des Artikels.

2. Selbst an den abgelegensten Orten kann man vegetarisch-vegane Restaurants finden
Ohne die Smartphone-App „Happy Cow“ reise ich nirgendwo hin. Wirklich! (Fast) Egal wo man ist, findet die Suchmaschine einen veganfreundlichen Ort zum Essen. Und je nach Land sind rein vegane Restaurants keine Seltenheit, in denen man dann oft auch die lokalen Spezialitäten in veganisierter Form probieren kann – das sollte man sich nicht entegehen lassen.

3. Ausrüstung und Selbstversorgung
In meinem Reiserucksack findet sich immer ein Taschenmesser, Löffel, Gabel, ein kleines Schüsselchen und Campingteller. Eine kleine Packung Haferflocken und ein paar „Notfallriegel“ nehme ich auch meist mit auf Reisen, man weiß ja nie. Sollte man nirgendwo kein passendes Restaurant finden und auch keine Hostelküche o.ä. zur Verfügung haben, kann man immernoch auf einen Markt gehen und sich aus dem vielen tropischen Obst und Gemüse eine rohköstliche Mahlzeit schnibbeln.

4. A little bit of preparation...
Vorbereitung schadet nie. Im Internet kann man sich einen Überblick über die Nationalgerichte und Kultur verschaffen. Wer die Sprache kann ist klar im Vorteil, meist ist das aber nicht der Fall. Es lohnt sich aber immer ein paar Brocken der jeweiligen Landessprache zu lernen und neben Hallo, Danke & Co. z.B. auch zu wissen, was „ohne Milch/Eier/Fleisch/Fisch“ heißt. Auch den „veganen Passport“ kann man für den Notfall mitführen, darin steht auf gefühlt jeder Sprache der Welt, was man gerne essen würde als Veganer*in und was nicht (hab ich persönlich aber noch nie gebraucht). Auch ein Tipp: mach dich mit der Fastenkultur des Landes bekannt. Manche Kulturen essen keine Tierprodukte zu bestimmten Anlässen und das kann einem als Veganer*in in die Karten spielen – mindestens um besser verständlich zu machen, was man essen will und was nicht.

5. Lebe mit den Locals
Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Wenn ich in ein Land reise und dabei das Leben aus der einheimischen Perspektive kennen lernen darf, finde ich das immer viel wertvoller und spannender, als einfach mit ganz vielen anderen Reisenden in einem Hostel oder einer Hotelanlage zu hocken. Zu empfehlen ist hier Couchsurfing, WWOOFing (Worldwide Opportunities for Organic Farming – meist lebt und isst man kostenlos in einem landwirtschaftlichen Betrieb, gegen Mitarbeit) und wenn man Glück hat, kann man auch über AirBnB Einheimische kennen lernen. Am besten vorher schonmal vorfühlen, wie die Menschen gegenüber fleisch- bzw. tierproduktloser Küche stehen. Wenn man dann aber nette Leute trifft, kann man wirklich tolle Erfahrungen machen! Auf den Veganitätsaspekt begrenzt: man kann sich einheimisch kochen beibringen lassen, den anderen vielleicht etwas von seiner Küche zeigen und natürlich viel wertvolles Wissen über die Landesküche allgemein bekommen, vielleicht ein paar nützliche Sätze lernen und seine Reise so noch erfüllender fortsetzen.

6. Notfalls: Allergiker spielen
Es ist immer besser offen nach veganen Alternativen zu fragen, um den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, das manche Menschen einfach keine Tierprodukte essen möchten. Manchmal wird man aber trotz allem nicht ernst genommen oder gar abgelehnt. In solchen Fällen kann man immernoch so tun, als wäre man ein starker Allergiker.

7. Nicht verrückt machen!
...der vielleicht wichtigste Punkt. Selbst wenn man sich mehrfach versichert, kann es passieren, dass doch irgendwas im Essen ist, das man nicht wollte. Sollte das so sein – nicht verrückt machen. Du hast alles versucht und musst dir selbst kein schlechtes Gewissen machen – vielleicht bist du sogar mit jemandem unterwegs, der es gerne noch weiter isst. Generell muss man beim Reisen erstmal seine persönliche Balance finden – was ok für einen ist und was nicht. Zum Beispiel ob du jedes Mal genau nach den Inhaltsstoffen fragst, oder ob du das bestellst, was dir relativ sicher nach deinne bisherigen Reiseerfahrungen vegan zu sein scheint. Ob es für dich ok ist, wenn im selben Frittierfett unvegane Produkte zubereitet werden oder du notfalls auch ein Curry akzeptierst, aus dem das Fleisch nachträglich rausgenommen wurde. Beim Reisen abseits der großen Hotelanlagen kann man sich manchmal auf solche Kompromisse einlassen, wenn man nicht nur Reis und Bananen essen will – was man natürlich auch machen kann, aber das ist eben eine persönliche Entscheidung.

Meine persönlichen Erfahrungen in Asien

Sri Lanka beispielsweise ist sehr veganfreundlich: dort sind von Haus aus viele Menschen Vegetarier und im Gegensatz zur verwandten indischen Küche wird so gut wie nie Butter-Ghee zum Kochen verwendet und Eier sind nach dem indischen Vegetarismusverständnis sowieso ausgeschlossen. Das „Grundnahrungsmittel“ sind Reis und Dhal (Linsensuppe), dazu gibt es oft würzige Kokosflocken und Gemüsecurries. Ein anderes leckeres Gericht ist „Khotthu“, das ist klein gehacktes Fladenbrot mit Gemüse angebraten. Hier wird oft ein Hühnerei mitgebraten, aber man kann es natürlich auch ohne Ei bestellen. In Bäckereien findet man vegane Samosas (Teigtaschen mit Kartoffel-Gemüse-Füllung) und bei Straßenständen ein Kichererbsengericht. Im Gegensatz zu fast allen anderen asiatischen Ländern isst man in Sri Lanka aber meist zuhause und deswegen ist Streetfood weniger verbreitet – aber ein Restaurant findet man trotzdem meist. Wenn man in Ella ist: unbedingt den Kochkurs bei „Spice Hut“ machen – der ist vegan, ohne das explizit so anzupreisen.

In den meisten asiatischen Ländern findet man traditionell kaum Kuhmilch im Essen. Das einzige, was in vielen Ländern verwendet wird, ist sehr süße dicke Kondensmilch, die in Kaffee, Desserts und ähnlichem genossen wird. Aber das lässt sich gut vermeiden, wenn man danach fragt. Bei indischer Küche muss man allerdings aufpassen:

 

In Malaysia leben ethnische Malaien, aber auch chinesisch und indisch verwurzelte Menschen – dementsprechend verschiedene Küchen gibt es dort. Die malaiische Küche ist leider sehr sehr fleisch- (und eier-)lastig. Ich habe kein einzig traditionelles Gericht gefunden, das vegan ist. Die einzige Chance hier etwas von der malaiischen Küche zu erleben, ist in explizit vegetarisch-veganen Restaurants. Besser dran ist man bei den chinesischen und indischen Küchen – hier wird auch von vorneherein viel vegetarisch gegessen. Bei der chinesischen Küche muss man meist auch keine Milch fürchten, bei indischen Essen sollte man diesbezüglich aber immer nachfragen. Malaysia hat essenstechnisch (und kulturell sowieso!) auf jeden Fall eine ganz schöne Vielfalt.

Singapur setzt sich ebenfalls ethnisch aus chinesisch, indisch und malaiisch verwurzelten Menschen zusammen. Generell ist Singapur aber recht anders als die anderen Länder drumherum – sehr reich, modern und fast schon amerikanisch angehaucht. Vegane Restaurants findet man zuhauf – sowohl mit asiatischem, als auch „westlichem“ Essen. Ich selbst habe ein halbes Jahr in Singapur studiert und konnte trotzdem lang nicht jedes vegane Restaurant probieren.

Thailand ist auch recht einfach für Veganer. Als eines der touristischsten Länder Asiens stellt man sich sowieso auf die Wünsche der Touristen ein, aber hier ist Fleisch auch meist nicht die Hauptsache, sondern nur eine Beigabe – im Sinne von: Ob in einem Thai Curry Fleisch ist oder nicht, macht nicht geschmacklich nicht so den riesigen Unterschied (anders z.B. bei bayerischem Schweinebraten ;) ). Curries kann man oft mit Tofu oder nur Gemüse bekommen – einzig auf Fischsoße sollte man immer achten. Auch Mango Sticky Rice, Klebreis mit Mango und süßer Kokosmilch, ist ein von vorneherein veganes Gericht und sehr lecker. Frische Fruchtsmoothies bekommt man auch an jeder Ecke. Wenn man in Bangkok ist: unbedingt den Kochkurs bei May Kaidee machen!

 

Indonesien ist das Land des Tempehs. Es wird zwar viel Fleisch gegessen, aber man kommt als Veganer gut zurecht. Meist isst man Reis und bestellt weitere Komponenten dazu, die frittiert oder gekocht wurden (Tempeh, Tofu, Wasserspinat, Auberginen...), dazu gibt es Sambal, eine scharfe Chilipaste (hier sollte man fragen, ob Fisch- oder Krabbenpaste drin ist). Es ist auch nicht schwer die paar Wörter der verschiedenen Gerichte zu lernen, um das richtige zu bestellen. Und wenn man in Bali ist, das sehr auf Tourismus, aber auch „Yoga- und Nachhaltigkeitstouris“ ausgerichtet ist, findet man eine große Auswahl an explizit veganen Locations.

In Kambodscha habe ich nicht so viel Zeit verbracht und war nicht abseits der touristischen Mainrouts unterwegs. Die Küche ist ähnlich wie in Thailand und mit Happy Cow konnte man auch immer leckere vegetarisch-vegane Restaurants finden.

Die Philippinen sind das „veganunfreundlichste“ Land in das ich in Asien gereist bin. Eine sehr einfache, aber fleischlastige Küche. Hier habe ich mich oft von frischem Obst und Gemüse vom Markt ernährt. An manchen Orten gibt es aber auch rein vegetarisch-vegane Restaurants, in denen man dann auch veganisierte philippinische Gerichte genießen kann. Nicht nur wegen dem Land selbst, sondern auch wegen der tollen Mangos ist es immer eine Reise wert!

Taiwan ist von der Küche her sehr chinesisch. Es gibt viele vegetarische (überwiegend veganes Essen) Restaurants – „vegetarisch“ bedeutet hier aber auch ohne Knoblauch und Zwiebeln (das hat spirituelle Gründe, die mir bisher nie jemand richtig erklären konnte). Tofu und Gemüse findet man überall – allerdings ist das dann nicht unbedingt so aufregend, geschmacklich. „Hotpots“ werden gerne gegessen – das ist Fondue, bei dem man in heißer Brühe Häppchen gart – z.B. Gemüse, Pilze (oder eben Fleisch), man kann es auch mit Gemüsebrühe bekommen, wenn man etwas Glück hat. Hier gibt es auch recht viele „Loving Huts“ (eine vegane Fastfoodkette – in vielen asiatischen, aber auch ein paar außer-asiatischen, Ländern verbreitet). Man sollte sich jedoch den Satz „Ich esse vegetarisch, bzw. rein vegetarisch (vegan)“ auf chinesisch beibringen lassen.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Feine Rhabarber-Himbeer-Marmelade



Wie bereits beim Rhabarber-Streusel-Kuchen erwähnt, bin ich großer Rhabarber-Fan und freue mich jedes Jahr wieder sehr auf die Saison! Gerade kann man ihn hier noch ernten und um das süße Vergnügen noch ein bisschen auszudehnen, liegt die Idee nahe, sich schnell noch ein bisschen Rhabarber in Marmeladenform zu konservieren, für das restliche rhabarberlose Jahr! Ich finde die Kombination mit einem Hauch Himbeeren sehr lecker und Apfel ist meine Geheimwaffe für besonders cremige Marmeladen - geschmacklich merkt man davon aber am Ende eigentlich nichts. Bei mir wird sie samtfein püriert und so schmeckt sie nicht nur auf Brot hervorragend, sondern z.B. auch als Fruchtcreme mit Vanilleeis... Das Brot auf dem Bild ist ein sehr feines, unaufwändiges Walnuss-Dinkelvollkorn-Brot, das Rezept dafür folgt demnächst. Aber genug geschwärmt, ran an den Rhabarber, bevor er sich wieder für den Rest des Jahres verabschiedet!

Dienstag, 14. Juni 2016

Asiatischer Spitzkraut-Salat mit knusprigen Austernpilzstreifen



Seit kurzem bekomme ich von der Münchner solidarisch-landwirtschaftlichen Genossenschaft Kartoffelkombinat wöchentlich frisches Obst und Gemüse. Ganz saiasonal, also das was zurzeit im Münchner Norden eben so wächst. Dieses mal war Spitzkraut dabei - meinen Recherchen nach ist das das gleiche wie Spitzkohl. Da er, v.a. jetzt im Frühling, sehr zart ist, kann man damit super rohen Krautsalat zubereiten - und anstatt einer bayrischen Variante habe ich mich für eine etwas würzigere Version entschieden: Veganer Krautsalat mit asiatisch inspiriertem Dressing und wunderbar knursprigen Austernpilzstreifen oben drauf! Kann man als leichtes, sommerliches Hauptgericht genießen - evtl. noch mit etwas Tofu oder Reis dazu, je nach Hunger - oder z.B. als Grillbeilage. Wenn man sowieso grillt, kann man die Austernpilze natürlich auch ein bisschen eingeölt auf dem Rost anstatt wie im Rezept unten zubereiten.

Sonntag, 15. Mai 2016

Rhabarber-Streusel-Kuchen

Jedes Jahr freue ich mich wieder auf die Rhabarberzeit. Ich liebe den süß-säuerlichen Geschmack dieses Gemüses (ja, Gemüse!), das ursprünglich aus dem Himalaya stammt, einfach und man kann Rhabarber unkompliziert zu verschiedensten Kuchenvariationen, Kompott, Marmelade, Saft und ähnlichem verarbeiten. Ich habe nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage diesen minimalistischen Rhabarberkuchen gebacken - unten ein knuspriger Mürbteigboden, in der Mitte eine Schicht leckeres Rhabarbermus, das beim backen auch etwas andickt und obendrauf knusprig-feine Streusel. Ich habe mir schon einige verschiedene Torten mit Rhabarber ausgedacht, aber manchmal ist so ein vergleichsweise einfacher Kuchen noch viel leckerer!

Sonntag, 17. April 2016

Chinesische Charcoal-Jiǎozi - gedämpfte Gemüse-Teigtaschen mit Misosuppe

Auch wenn ich, wenn es um asiatisches Essen geht, so im großen und ganzen mehr mit der indischen oder thailändischen Küche anfangen kann, gibt es doch auch einige Leckereien in der chinesischen Küche. Letztes Jahr verbrachte ich ein paar Wochen in Taiwan und hatte dort - wie auch in Singapur, wo ich im Rahmen meines Auslandssemesters lebte - einige Male köstliche Dumplings gegessen. Es gibt verschiedene Versionen dieser Teigtaschen. Diese Jiaozi werden - im Gegensatz zu Wan Tans zum Beispiel - "trocken" und nicht als Suppeneinlage gegessen. Die Dumplings selbst schmecken gar nicht so intensiv, aber zusammen mit der Soße ist es ein fantastisches Essen. Dazu gab es eine einfache japanische Misosuppe. Etwas Fusionküche also ;)

Und nun fragt sich vielleicht man eine*r: was zum Henker ist das schwarze da? Das sind ebenfalls Dumplings - geschmacklich gleich, aber in der "Charcoal" Version. V.a. in Japan und China sind Lebensmittel mit schwarzer Kohle gerade beliebt. Schwarze Brötchen habe ich öfter mal gesehen, sogar Starbucks hatte in Singapur schwarze Snacks. Und weil das vom Look her mal was anderes ist, habe ich mich auch mal drangewagt. Geschmacklich völlig gleich und gesundheitlich unbedenklich. Ich habe mir Aktivkohlegranulat - welches normalerweise in der Most- und Schnapsherstellung verwendet wird - im Internet bestellt und im Mixer pulverisiert. Sophia Hoffmann hat auf ihrem Blog bereits ausführlich über Kochen mit Kohle geschrieben! Wer darauf keine Lust hat, kann natürlich auf die Aktivkohle verzichten und ganz normale helle Dumplings machen. Und so gehts:

Freitag, 25. März 2016

Sambal - indonesiche Chilipaste



In Indonesien isst man grundsätzlich zu fast allen Gerichten Sambal. Das ist eine sehr scharfe Chilipaste, von der es unzählige Varianten gibt. Ich liebe sie! Meist ist Sambal in Indonesien sogar von vorneherein vegan - mal zusätzlich mit Tomaten, Erdnüssen, saurer Tamarinde oder bestimmten Gewürzen. Andere Varianten sind allerdings mit Shrimppaste oder Fischsauce. Das folgende Rezept ist Sambal Oelek, die einfachste Form, erweitert um Kaffir Lime Leaves und Zitronengras - wer möchte.

* 4 mittelgroße Schalotten
* 4 Knoblauchzehen
* 8 rote Chilischoten
* Optional: 1 Kaffir Lime Blatt & 1 kleines Stück Zitronengras
* 6 EL Öl
* 1 EL-großes Stück Palmzucker (aus dem Asialaden, sonst 1 EL Rohrzucker)
* 1 EL Limettensaft (alternativ Zitronensaft)
* 1 TL Salz

Die Schalotten schälen und vierteln, bei den Chilischoten den Stiel entfernen, Knoblauch schälen und - optional - Lemongras sehr fein hacken.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und alle Zutaten, bis auf Zucker und Salz, in der Pfannen schmoren, bis sie weich sind, ca. 10 Minuten.

Im Anschluss portionsweise zusammen mit Zucker, Limettensaft und Salz in einem Mörser zu einer feinen Paste zerstoßen. Ja, das dauert ein Weilchen und kostet etwas Kraft, aber so wird das Sambal ganz original ;) Wer keinen Mörser hat, kann aber auch einen Mixer verwenden.



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