Sonntag, 27. Dezember 2015

Französische Brioche



Eine sehr gute Freundin verbringt gerade ein Auslandsjahr in Frankreich und ist begeistert von der Genießerkultur, die sie in ihrem Städtchen Nantes vorgefunden hat. Die Menschen kaufen ihre Lebensmittel oft frisch auf dem Markt, man nimmt sich die Zeit und gibt gerne Geld für ein gutes Mittagessen in Bistros aus... Ihrem Eindruck nach scheinen die Franzosen einfach erheblich mehr Wert auf Genuss und gutes Essen zu legen, als die meisten hierzulande. Sie schwärmte auch vom frischen Brioche, einem normalerweise butter- und eierlastigem Hefegebäck, welches man in Frankreich oft und gerne zu sich nimmt. Auf ihrem Weihnachtsbesuch zuhause haben wir nun zusammen ein veganes Brioche Rezept kreiert:

Für ca. 6-8 Portionen

Teig
* 500 g Mehl
* 1 Päckchen Hefe oder 1/2 Würfel Frischhefe
* 60 g Puderzucker
* 30 g Alsan + 30 g Alba-Öl (alternativ 60 g vegane Margerine)
* 250 ml lauwarme Pflanzenmilch
* Prise Salz
* Prise Vanille

Deko
* Etwas Sojacuisine, evtl. mit einer Prise Kurkuma, zum Bestreichen
* Hagelzucker

Alle Zutaten für den Teig gut vermischen und 20 (ja, zwanzig!) Minuten kneten. Das kann man auch von einer Knetmaschine erledigen lassen, ist aber auch per Hand eine schön meditative Beschäftigung ;)
Im Anschluss in einer eingemehlten Schüssel 1 Stunde im warmen Backofen (<50°C Umluft) gehen lassen.
Nun noch einmal 3 Minuten gut durchkneten und in die gewünschte Form bringen. Brioche wird häufig in einer großen oder mehreren kleinen geriffelten Formen gebacken, wobei auf die große Teigkugel noch eine kleine oben drauf gesetzt wird. Man kann kann den Teig aber auch in ein oder zwei großen Teigkugeln in Laibform backen, als geflochtener Hefezopf in einer Kastenform oder auch in eher deutsch-österreichischer Buchtel/Rohrnudelform... wie man gerade möchte. Wenn der Teig in Form gebracht ist und bereits in der entsprechenden Kuchenform oder dem vorbereiteten Backblech liegt, direkt mit Sojasahne bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen und noch einmal 1 Stunde im Warmen gehen lassen. Ab dann nicht mehr anfassen. Nach Ablauf der Zeit einfach den Backofen auf 150° C Umluft hochheizen und 30-40 Minuten backen. Die genaue Backzeit hängt von der gewählten Form ab, kleine Brötchen sind natürlich schneller durch, als ein großer Laib.

Wenn die gewünschte Bräunung erreicht ist, aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen. Mit veganer Butter und selbstgemachter Marmelade, z.B. diese feinen Kürbis-Apfel-Marmelade ;) genießen!

Sonntag, 29. November 2015

Veganer Quark-Stollen mit Cranberries & gerösteten Mandeln




Advent, Advent, das erste Lichtlein brennt! Nachdem ich die Weihnachtszeit letztes Jahr durch mein Auslandssemester in Singapur und Taiwan verbracht habe - wo man sich leider recht wenig weihnachtlich fühlen kann und es auch nicht danach schmeckt - freue ich mich umso mehr, diesmal wieder zuhause zu sein! Die ersten Vanillekipferl sind schon gebacken und nun habe ich auch noch das Quark-Stollen-Rezept meiner Großmutti herausgekramt, mühevoll entziffert und veganisiert. Außerdem habe ich zusätzlich ein paar Inhaltsabwandlungen vorgenommen, da ich weder Orangeat, Zitronat noch Rosinen so richtig gern esse. In dieser Version kommt die feine Zitrusnote daher allein von frisch geriebener Zitronen- und Orangenschale und statt Rosinen stößt man erfreulicherweise auf Cranberries. Das Ergebnis kann sich auf alle Fälle schmecken lassen!  

Für 2 mittelgroße Stollen
* 500 g Mehl
* 1/2 Würfel frische Hefe
* 100 g gemahlene Mandeln
* 100 g gehackte Mandeln, vorher trocken in der Pfanne geröstet
* Prise Salz
* 150 g Rohrzucker
* abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
* abgeriebene Schale einer Bio-Orange
* 100 g Alba-Öl (schwedisches Rapsöl mit Buttergeschmack)
* 250 g Sojajoghurt (gerne mit Mandelgeschmack!)
* 100 g Cranberries

Aus diesen ganzen Zutaten mithilfe einer Küchenmaschine den Stollenteig kneten. Anschließend in zwei Hälften teilen und in die typische längliche Stollenform bringen. Auf einem Blech mit Backpapier schon mal in den Backofen stellen und bei geringer Hitze (weniger als 50°C, kurz aufheizen und dann Temperatur abschalten) ca. 1 Stunde gehen lassen. Danach 50-60 Minuten bei ca. 170° C backen. Nach einem positiven Stäbchentest (beim reinstechen klebt nichts am verwendeten Holz-Schaschlik-Stäbchen) können die Stollen rausgeholt werden.

Dekoration
* Puderzucker und Alba-Öl nach Bedarf

Noch im warmen Zustand mit Alba-Öl einpinseln und sofort Puderzucker drübersieben. Der Zucker wird gleich vom Öl aufgesaugt - also noch mehr Zucker hinterher, bis er wie frischer Pulverschnee auf den Berg- bzw. Stollengipfeln liegen bleibt ;)

Tja und nun? Ab auf den Kaffeetisch zu all den anderen Leckereien :)


Samstag, 28. November 2015

Ravioli mit Pilzfüllung, Salbeibutter & gerösteten Pinienkernen

 Mhhh... selbstgemachte Pasta ist einfach wunderbar! Und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Für MorgenLand habe ich mir dieses Raviolirezept mit Pilzfüllung ausgedacht, ihr findet es daher auch noch hier! Basics zu hausgemachter veganer Pasta findet ihr hier, in meiner Extra-Nudel-Rubrik, ebenso wie immer mehr Rezeptideen für frische Pasta!

* 400 g Hartweizengrieß
* 180 ml Wasser, sehr warm

Den Hartweizengrieß mit sehr warmen Leitungswasser verkneten. Nach einigen Minuten Kneten sollte ein geschmeidiger Teig entstehen. Nun für mindestens eine halbe Stunde in einer abgedeckten Schüssel im Kühlschrank ruhen lassen.

* 2 Zwiebeln
* 2 Knoblauchzehen
* 250 g Champignons
* 100 ml Alba-Öl (schwedisches Rapsöl mit Buttergeschmack)
* Gewürze nach Geschmack (Salz, Pfeffer, Oregano...)
* 100 g Pinienkerne
* 6 Blättchen frischer Salbei oder Kräuter nach Wahl
* 200 g Kirschtomaten

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten, bis sie schön gebräunt sind und beiseite stellen.
Zwiebeln, Knoblauch und Champignons würfeln und in 5 EL heißem Alba-Öl anbraten. Nach Geschmack würzen und beiseite stellen. Die Hälfte der Pinienkerne hacken und unter die Pilzfüllung mischen, die restlichen Pinienkerne für später aufheben.

Den Nudelteig portionsweise in einer Nudelmaschine ausrollen, ca. 1 mm, Stufe 5. Alternativ kann man das auch mit einem Nudelholz machen, es muss aber wirklich sehr dünn werden. Mit einem runden Ausstecher, z.B. einem Wasserglas, Kreise aus den Nudelplatten ausstechen. In die Mitte eine kleine Portion der Pilzfüllung geben, einen zweiten Nudelkreis darauf setzen und mit einer Gabel und Fingern die Ränder gut andrücken.

In einem Topf leicht gesalzenes Wasser zum kochen bringen und die Ravioli ca. 3-5 Minuten gar kochen und abgießen. In einer Pfanne das restliche Alba-Öl erhitzen, grob gehackte Salbeiblätter dazugeben, die Tomaten halbieren und alles zusammen einige Minuten anrösten. Anschließend die fertigen Ravioli auf den Tellern anrichten und mit dem Kräuter-Tomaten-Öl beträufeln. Nun die restlichen gerösteten Pinienkerne darüber streuen und genießen! Perfekt abgerundet wird es zusätzlich noch - wie jedes Pastagericht - vom himmlischen veganen gerösteten Nussparmesan!

Montag, 19. Oktober 2015

Apfel-Kürbis Marmelade mit Vanille & Zimt


Es ist Herbst, das lässt sich leider langsam nicht mehr leugnen... die Bäume vor dem Balkon fangen an ihre Blätter gelb und orange abzuwerfen und nach einem schönen Sommer verlagert sich das Leben langsam drinnen, ins Warme. Herbst ist auch Kürbis High-Season und ich liebe v.a. die unkomplizierten, süßen Hokkaidos in allen möglichen Variationen! Ich hatte noch ein paar verschrumpelte Äpfel zuhause und Lust auf eine herbstlich gewürzte Marmelade, also kam folgendes dabei raus: eine sehr cremige, sämige Apfel-Kürbis-Marmelade mit einem Hauch Vanille und Zimt. Das ist nicht nur unglaublich lecker auf dem veganen Butterbrot, sondern auch zu Milchreis, Pfannkuchen & Co. und möglicherweise passt sie sogar in die Plätzchenküche... Das teste ich dann wenns soweit ist ;)


Für ca. 1,5 kg Marmelade / 4-6 Gläser Marmelade

* 400 g Äpfel, geschält & entkernt
* 400 g Kürbis, Hokkaido, ausgehöhlt gewogen
* 200 ml Wasser
* Ingwerstückchen, etwa haselnussgroß
* 500 g Gelierzucker 2:1
* 1-2 TL Zimt
* 1/2 TL Bourbon Vanille / Mark von 1 frischen Schote
* 100 ml Zitronensaft / ca. 2 Zitronen

Äpfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Hokkaidokürbis waschen, halbieren, aushöhlen, in kleine Würfel schneiden und ebenfalls 400 g abwiegen (ca. die Hälfte eines durchschnittlichen Hokkaido-Kürbisses). Ingwer waschen und fein würfeln. Das alles zusammen in einen Topf geben und mit den 200 ml Wasser etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis weichgekocht ist.

In der Zwischenzeit können die Marmeladengläser vorbereitet werden. Dazu kochendes Wasser in die leeren Gläser bis zum Rand einfüllen und auch in den Deckel ein bisschen was. Damit werden die Gläser sterilisiert, damit die Marmelade auch lange gut bleibt.

Anschließend Zimt und Vanille in den Topf zugeben und den Gelierzucker unterrühren. Jetzt kann die Masse mit einem Pürierstab fein gemixt werden. In dieser Form 2-3 Minuten köcheln lassen und währenddessen die 2 Zitronen auspressen. Es sollten ca. 100 ml dabei rauskommen, wenn es weniger ist, mit einem Schluck Wasser auf 100 ml auffüllen. Ebenfalls zur kochenden Marmeladenmasse geben und nochmal 2-3 Minuten kochen lassen. Anschließend abschmecken.

Die Marmeladengläser entleeren und die kochend heiße Marmeladenmasse bis oben zum Rand einfüllen. Sofort fest verschließen (Handschuhe oder Geschirrtücher zur Hilfe nehmen ;) ) und für 10 Minuten kopfüber abkühlen lassen. Wie alle eingekochten Marmeladen sind sie so viele Monate und Jahre haltbar! Ein nicht ganz voll gefülltes Glas hingegen am besten im Kühlschrank lagern und als erstes verbrauchen ;)

Donnerstag, 10. September 2015

Schwarzbier-Schokoladen-Kuchen


Ich habe mir schon länger gedacht, dass ich endlich mal mehr Bier in meine Koch- und Backaktivitäten einbinden sollte - und zwar nicht nur zu meiner Belustigung nebenher beim in der Küche stehen trinken, sondern tatsächlich in meine Rezepte integrieren! Das passt thematisch ja auch gerade ganz gut zur Saison. Meine Heimatstadt München bereitet sich nämlich gerade noch mit Hochdruck auf die anstehende "Fünfte Jahreszeit" aka Wiesn oder inernational "Oktoberfest" vor - das größte Bierfest der Welt. Man kann davon halten was man will, aber auch dort schreitet der Veganismus erfreulicherweise in großen Schritten voran: das Hauptkonsummittel "Bayrisches Bier" war zwar schon immer vegan, aber auch beim Essen, wo bayrischerweise leider immernoch Ochsen-Semmel, Brathähnchen, Schweinebraten und Weißwürste überwiegen, ändert sich etwas - auch dieses Jahr findet man in immer mehr Bierzelten explizit vegane Gerichte auf der Speisekarte (jenseits von Pommes, gebrannten Mandeln & Brezn). Diese Entwicklung hatte sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet - aber vegane Gerichte wären noch vor 4-5 Jahren auf dem bayrischsten aller Feste noch undenkbar gewesen. Aber zurück zum Thema: ich halte mich derzeit für ein Praktikum in Berlin auf - da ists auch sehr schön - aber mental bin ich voll und ganz bei München und bereite mich in der Küche auf etwas andere Weise auf unser Bierfest vor!

Mein erstes Bier-Rezept ist also dieser tolle vegane Schokoladen-Schwarzbier-Kuchen geworden. Ich habe ihn für 52Kuchen zum Blog-Geburtstag gebacken, das Rezept findet ihr daher hier bei 52Kuchen!

Mehr Rezepte mit dem bayrischen Hopfenwässerchen gibts hier.


Mittwoch, 26. August 2015

Spinat-Semmelknödel mit geröstetem Nussparmesan & Veganem Butteröl


Semmelknödel sind ein gern und oft gegessenes Gericht in Süddeutschland. Oft mit Pilz-Rahm-Soße, auch eins meiner Lieblingsgerichte, aber manchmal gibt es auch Variationen wie diese: Semmelknödel mit Spinat. Zum ersten Mal habe ich es auf einer Ski-Hütte in Österreich gegessen und war hin und weg. Damals noch vegetarisch mit Parmesan, echter Butter und mit Sicherheit auch Ei im Knödelteig. Semmelknödel kann man aber auch ganz einfach ohne Ei machen - die Sojamilch reicht als Ei-Ersatz zum binden völlig aus. Dazu Spinat wie damals und statt Butter schwedisches Rapsöl mit Buttergeschmack - göttlich! - und mein gerösteter veganer "Nussparmesan", von dem ich immer einen Vorrat zuhause habe, weil ich kein Nudelgericht mehr ohne ihn esse ;)
Zurück zu den Knödeln:

 Für 4 Personen

* 350 g Knödelbrot
* 450 g TK-Spinat
* 350 ml Sojamilch
* 2 Zwiebeln
* 3 Knoblauchzehen
* Semmelbrösel nach Bedarf (alternativ Weizen- und Sojamehl)
* Salz & Pfeffer
* Nüsse nach Wahl
* Alba-Öl (schwedisches Rapsöl mit Buttergeschmack, z.B. von Teutoburger Mühle aus dem Bioladen), alternativ z.B. ein leckeres Nussöl

* Gerösteter Nussparmesan -> Rezept

Veganes Knödelbrot könnt ihr mit etwas Glück fertig beim Bäcker oder im Supermarkt kaufen, oder aber ihr habt selbst alte Semmeln/Brötchen/Weißbrot daheim oder kauft am Vortag einfache weiße Brötchen oder Baguettes, schneidet es in Scheiben und lasst es z.B. auf einem Tablett verteilt trocknen.

Soweit zur Vorbereitung, nun zum eigentlichen Rezept: den gefrorenen Spinat auftauen lassen. Das Knödelbrot (in dünnen Scheiben) in eine große Schüssel geben. Die Sojamilch leicht anwärmen und über das Knödelbrot kippen. Zwiebeln und Knoblauch würfeln, mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten und zum Knödelbrot geben. Der aufgetaute und abgetropfte Spinat kann ebenfalls untergemischt werden. Die Knödelmischung sollte gut durchgerührt mind. 15 Minuten ziehen, damit die Sojamilch auch von jedem Brötchenkrümel aufgesaugt werden kann. Im Anschluss mit dem Händen gut durchkneten, salzen & pfeffern und solange Semmelbrösel, Soja- oder Weizenmehl zugeben, bis der Teig fest genug ist, dass man gut Knödel formen kann. Die Knödel müssen "fest gerollt" sein, damit sie nicht beim Kochen in Einzelteile zerfallen. In einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser aufkochen lassen und die Hitze zurückdrehen, sodass es nur noch ganz leicht köchelt. Nun können die Knödel ins Wasser geworfen werden und je nach Größe 10-20 Minuten ziehen. Es ist wichtig, dass das Wasser nicht zu sehr kocht, weil sonst ein Zerfallen droht. Fertig sind die Knödel wenn sie schon seit wenigen Minuten oben schwimmen. Man kann zum Test auch immer einen Knödel rausnehmen und zerteilen, um zu sehen ob er innen auch schon durch ist. Nicht zu viele Knödel auf einem kochen, damit nichts zusammenklebt ;)

Die Knödel abtropfen lassen und zum warm halten z.B. in den leicht warmen Ofen stellen oder abdecken. Nun fehlen nur noch die gerösteten Nüsse - nehmt Walnüsse oder was ihr lieber mögt und röstet sie kurz trocken in einer Pfanne an, bis sie gebräunt sind und duften. Das Alba-Öl könnt ihr anwärmen, wenn ihr möchtet, ist aber nicht unbedingt nötig. Dann gebt die Knödel auf eure Teller, träufelt etwas Alba-Öl drüber und ein paar geröstete Nüsse und Nussparmesan.

Und dann gehts ans Genießen!

Montag, 17. August 2015

Veganer Obazda!


Juhu, ein Traum wird wahr! Nach dreinhalb Jahren Obazda-Verzicht bin ich endlich dazu gekommen einen veganen Obazda zu kreieren und es wirklich traumhaft geworden... Für alle Nicht-Bayern: Obazda kann man als "Zusammenbazter, Zusammengematschter" übersetzen. Normalerweise wird dazu Camembert oder andere reife Weichkäse, Butter und je nach Rezept auch Frischkäse oder ähnliches "zusammengebazt" und mit Zwiebeln, Paprikapulver, Kümmel, Kräutern und oft auch Bier gewürzt. Diese Käsecreme genießt man dann traditionell als Brotzeit mit Brezn.

Ich habe ja nicht so richtig dran geglaubt, aber ich habe tatsächlich ein Rezept gefunden, das dem Original meiner Meinung nach in seiner Leckerheit gerecht wird. Angefangen hat es mit der Bio-Gewürzmischung "Obazd Is" von Herbaria, welche ich von meinen lieben Kollegen zum Abschluss meines ereignisreichen Praktikums in einer Fernsehproduktionsfirma geschenkt bekommen habe. Im Prinzip besteht es nur aus den traditionellen Obazdazutaten, kann man sich also auch selbst mischen. Ich habe dann etwas rumprobiert und das ist dabei rausgekommen:

* 200 g weicher Tofu Natur (Taifun)
* 120 g Alsan (vegane Butter/Margerine)
* 80 g Cashewnüsse
* 100 ml Weißbier oder Wasser
* optional: 2 EL Alba-Öl (Schwedisches Rapsöl mit Buttergeschmack)
* 2 Schalotten (oder eine kleine rote Zwiebel)
* 2 EL Herbaria "Obazd Is" Gewürzmischung oder Paprikapulver, Kümmel, Petersilie...
* 4 EL Hefeflocken
* Salz & Pfeffer
* dazu: Zwiebelringe & Schnittlauch zur Deko, Brezn, Weißbier, andere Brotzeit-Requisiten...

Eigentlich recht simpel! Die Cashewnüsse für mind. 1 Stunde in Wasser einweichen. Die Butter, pardon, Alsan (ich empfehle die grüne, nicht-bio, die schmeckt buttriger) kann man auch schon mal aus dem Kühlschrank nehmen. Der weiche Tofu (da schwöre ich auch Taifun Naturtofu) wird mit den Händen recht fein zerbröselt, in eine Schüssel. Dazu kommt Alsan in Stückchen. Die eingeweichten Cashews werden dann abgegossen und mit 100 ml Weißbier oder Wasser, wie man möchte, und 2 EL Alba-Öl oder alternativ neutralem Raps/Sonnenblumenöl in einen Mixer / Foodprossesor gegeben und solange gemixt, bis eine cremige Masse mit so wenig Stückchen wie möglich entstanden ist. Dann ist es ander Zeit 2 Schalotten oder alternativ eine mittelgroße rote Zwebel in kleine Würfel zu schneiden. Danach können Tofu, Alsan, Cashew-Creme mit den Zwiebeln vermengt werden und gut mit den Obazda-Gewürzen, Hefeflocken, Salz, Pfeffer, evtl. noch etwas extra ganzem Kümmel, Kurkuma... abgeschmeckt werden. Angerichtet wird Obazda oft in Halbkugelform auf Zwiebelringen, mit frischem Schnittlauch oben drauf neben Brezn und einem Weißbier. Natürlich kann man die vegane Käsecreme auch direkt nach der Zubereitung verzehren, aber richtig köstlich wird es - so wie beim klassischen Obazden auch - wenn er so richtig durchgezogen ist. Hält sich im Kühlschrank auch ein Weilchen!

Und nun: ran an die Küchengeräte! Wer ein richtiges bayrisches Frühstück zusammenstellen will, holt sich am besten noch die veganen Weißwürste von Wheaty aus dem Bioladen und reicht dazu süßen körnigen Senf. Ein Traum! Ich gespannt was ihr davon haltet und bin gern für neue Variationen und Vorschläge offen!
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